Ursprung – Wie entstanden Gartenteiche

Das Wort Teich bedeutet eigentlich nichts anders als „kleiner See“. Das Wort „Garten“ wiederum hat seinen Ursprung im 16. Jahrhundert. Dieses Wort wurde als Verb für Söldner oder Landsknechte benutzt, die teilweise mit Gewalt im Lande umherstreiften und ein Nachtlager und eine Mahlzeit von den Bewohnern der Häuser forderten. Diese Soldaten hatten bereits abgedankt und in einer großen Gruppe wurden sie als Garthaufen benannt.

Die Geschichte des Gartenteichs geht bis weit in die vorgeschichtlichen Aufzeichnungen zurück. Das veranschaulichen ganz gut die Felsengräber von Beni Hassan. Auf eben diesen kann man sehr gut Zeichnungen von Gärten und auch Abbildungen von Wasser erkennen. Nachdem der Prophet Mohammed etwa im siebten Jahrhundert nach Christi im Orient gestorben ist entwickelten sich dort die ersten kleinen Gartenkulturen, da sich der Islam in Folge des Todes von Mohammed rasant verbreitete und somit auch mit anderen Kulturen und Traditionen in Kontakt kam. Daher holte sich der Islam seine Inspiration und setzte mit eigenen Ideen und Kreativität die ersten Ziergärten her. Auf älteren Bildern sieht man auch oft die Teilung eines Gartens in vier Quadrate, auch diese Tradition findet hier ihren Ursprung.

Die vorislamischen Araber sahen das Wasser schon damals als das Symbol und den Ursprung des Lebens an und deshalb durfte auch kein Wasser in einem angelegten Ziergarten fehlen. Sie glaubten daran, dass Allah unfruchtbares und trockenes Land fruchtbar und bearbeitbar machte indem er ihnen Wasser gab und ihnen somit erst das Leben ermöglichte. Der Garten wurde von ihnen als ein Geschenk Allahs betrachtet, als eine Oase des Lebens während in der Wüste nur Tod, Verderben und Dämonen auf sie warteten.

Ein angenehmes Leben versprachen sie sich in diesen Gärten.
Selbstverständlich hatte so ein Teich für die Wüstenbewohner auch eine praktische Seite, er spendete Trinkwasser, und sicherte somit das Überleben von vielen Menschen. Außerdem wurde das Wasser ebenfalls auch dazu genutzt, die üppige Bepflanzung der Gärten zu sichern. In ihrer selbst angelegten Oase fühlten sie Araber sich paradiesisch und deshalb wurden immer mehr dieser Gärten gebaut.

Auch Brunnen wurden schon damals als Symbol des Lebensquells in die Gärten integriert, aber auch Kanäle und stehende Gewässer, also quasi die Vorahnen der Gartenteiche. Dabei waren diese Wasserstellen und Kanäle meist sehr üppig bepflanzt, mit vielen Blumen und Pflanzen erinnerten sie schon an den heutigen Gartenteich. Während der Garten Quadratisch gehalten wurde und der Teich oft in einer runden Form angelegt wurde, bestimmten diese beiden Formen für lange Zeit den Gartenbau und hatte auch eine symbolische Bedeutung. Der Kreis steht hierbei für den Himmel während das Quadrat Leben und Materie verkörpert.
Noch heute kann man auf Perserteppichen die Liebe der Perser zum Garten erkennen.

Dort ergeben sich immer wieder Abbildungen von Gärten in denen die Muster Quadrat und Kreis immer wieder zusammenspielen. Die Perser beknüpften ihre Teppiche mit diesen Bildern, um auch im Winter die Pracht ihrer Gärten genießen zu können, sich an den Sommer zu erinnern und sich auf den nächsten zu freuen indem sie ihre Teppiche betrachteten.

Die Moghulgärten und die Seenlandschaft von Kaschmir stellten die Höhepunkte der islamischen Gartenkunst dar. Hier entstanden riesige Gartenlandschaften die immer wieder durch Wasseranlagen geteilt und auch geprägt waren.
Das Taj Mahal in Agra ist dafür ein anschauliches Beispiel. Was ursprünglich ein Grabmal war wurde von Schah Jahan in einen riesigen, wunderschönen Garten verwandelt zum Andenken an seine Lieblingsfrau, die hier ihre letzte Ruhe findet. Dabei ist der üppige Palast in verschiedene Regionen unterteilt, die den privaten Bereich von dem öffentlichen trennen.

Dabei spielt das Wasser hier als Unterteilung eine wichtige Rolle, es trennt die Bereiche mit stufenförmig fließendem Wasser. Diese Teiche wurden allerdings damals nicht mit der heute so gut bewährten Folie ausgelegt, sonder bestanden aus festem Steinmaterial. Das war für die Anlegung eines Teiches eine sehr mühsame und schweißtreibende Arbeit und es dauerte oft viele Wochen und auch Monate, bis so eine Wasseranlage fertig gebaut war. Somit legten die Araber den ersten Gartenteich an und brachten somit eine Kultur in die Welt, die heute von vielen geschätzt und geliebt wird.

Aber nicht nur die Araber erkannten die Schönheit des Wassers im eigenen Garten, auch Menschen in anderen Ländern erkannten bei Wanderungen und Spatziergängen die beruhigende und entspannende Atmosphäre, die von einem See oder einem Biotop ausgeht und somit regte sich auch bald der Wunsch nach einem eigenen Wasserreich. Zunächst war das Wasser als Zierde auf dem eigenen Grundstück allerdings nur reichen und angesehenen Personen möglich. Nicht umsonst findet man auch heute noch in vielen Schlossgärten Teiche in großer Vielfalt. Damals wurden die Schlösser einfach an die Wasserstellen gebaut, um sie dann mit diversen Bepflanzungen nach den eigenen Wünschen zu gestalten, heute geht die Umsetzung eines Teiches zum Glück etwas einfacher und es ist auch in kleinen Gärten möglich eine beschauliche Wasserstelle herzurichten.

Es gibt sogar sehr alte Schlösser, die ganz vom Wasser umgeben sind und auch die alt bekannten Schlossgraben dienten nicht nur dazu, nicht willkommende Gäste und Feinde fern des Schlosses zu halten, sondern sie dienten auch als Zierde und als besonderes Augenmerk. Wer damals einen Schlossgraben besaß, der konnte sich dem Ansehen des Volkes sicher sein. Später wurden dann die herrschaftlichen Teiche und Gewässer zusätzlich mit bunten Fischen bestückt und Springbrunnen und andere Wasserspiele erhielten ihren Einzug in die Gärten. Auch Brücken und Terrassen wurden zusätzlich errichtet um die Ausstrahlung eines Teiches in seiner vollen Größe und Vielfalt genießen zu können.

Somit wurde der Gartenteich immer mehr zu einem Platz der Erholung und der Ruhe, auch wenn sich damals vornehmlich ein Gärtner um die Instandhaltung kümmerte. Auch in Sanatorien und Kurhäusern wurde die Teichanlage zu einem wichtigen Bestandteil, an dem sich Patienten und Besucher in einer besinnlichen und schönen Atmosphäre niederlassen konnten. Bestückt mit Enten und anderem Getier, trug der Gartenteich somit zur baldigen und schnelleren Genesung der Bewohner der Sanatorien bei. Heute ist der Teich in deutschen Gärten nicht mehr wegzudenken. Viele Menschen haben sich von der Leidenschaft ein eigenes Gewässer zu haben anstecken lassen, und verwenden viel Zeit und Freude an ihrer eigenen, kleinen Oase des Lebens.